Weitere Eingriffe: Hoden, Nebenhoden, Vorhautbändchen und Fettabsaugung
Neben den großen Eingriffen der Intimchirurgie behandeln wir auch einige kleinere Befunde, die vielen Männern unangenehm sind, aber selten offen angesprochen werden. Auf dieser Seite stellen wir diese weiteren Eingriffe kurz vor: was dahintersteckt, wann eine Behandlung infrage kommt und welche Risiken bestehen.
Nicht jeder dieser Befunde muss operiert werden. Oft reicht es, die Veränderung abzuklären und zu beobachten. Ob ein Eingriff für Sie sinnvoll ist, klären wir im persönlichen Gespräch.
Hintergrund: Für wen diese Übersicht gedacht ist
Die Seite richtet sich an erwachsene Männer, die eine Veränderung am Hoden, am Nebenhoden, am Samenstrang oder am Vorhautbändchen bemerkt haben, sowie an Männer, die sich über eine Fettabsaugung informieren möchten. Jede neu tastbare Schwellung oder jeder Knoten im Hodensack sollte ärztlich untersucht werden, in der Regel mit Ultraschall. Erst danach lässt sich sagen, um welchen Befund es sich handelt und ob überhaupt eine Behandlung nötig ist.
Hodenvergrößerung
Kleine Hoden können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens zurückbilden, zum Beispiel nach einer Operation (Hodenatrophie, umgangssprachlich „Schrumpfhoden“). Der Hodensack wirkt dann leer oder ungleich gefüllt. Manche Männer empfinden das als belastend.
Bevor eine Hodenvergrößerung infrage kommt, wird die Ursache der kleinen Hoden urologisch abgeklärt. [PRÜFEN: welche Untersuchungen vorab üblich sind, z. B. Hormonwerte, Spermiogramm] Der Eingriff ist rein ästhetisch und hat keinen Einfluss auf Hormonbildung oder Fruchtbarkeit.
Über einen kleinen Schnitt wird der Hodensack vorsichtig geweitet und ein Silikonimplantat in vorab ausgewählter Größe eingesetzt. [PRÜFEN: Lage des Implantats neben dem eigenen Hoden und verwendete Implantate]
Mögliche Risiken sind Nachblutung, Infektion, eine Wundheilungsstörung an der Naht und ein Verkippen oder Verdrehen des Implantats, das ein ungleichmäßiges Aussehen zur Folge haben kann. Fehlt ein Hoden ganz, informiert die Seite Hodenprothese; wirkt eher der Hodensack insgesamt zu klein, die Seite Hodensackvergrößerung.
Nebenhodenzyste
Eine Nebenhodenzyste (Spermatozele) ist ein mit samenhaltiger Flüssigkeit gefülltes Bläschen am Nebenhoden. Sie entsteht, wenn ein feiner Samenkanal verschlossen ist, und wird mit dem Alter häufiger. Meist ist sie gutartig und macht keine Beschwerden. Die Diagnose wird mit Ultraschall gestellt.
Eine Operation kommt nur infrage, wenn die Zyste Schmerzen verursacht oder so groß ist, dass sie beim Gehen oder Sitzen stört. Ohne Beschwerden wird in der Regel nicht operiert.
Bei der Entfernung (Spermatozelektomie) wird die Zyste über einen kleinen Schnitt am Hodensack vorsichtig vom Nebenhoden gelöst und entfernt, ohne die umgebenden Strukturen zu verletzen.
Mögliche Risiken sind Bluterguss, Entzündung, eine Flüssigkeitsansammlung um den Hoden (Wasserbruch) und Narben am Nebenhoden. Solche Narben können den Samentransport beeinträchtigen. Bei einer Operation auf beiden Seiten kann das die Fruchtbarkeit mindern. Hat ein Mann nur einen Hoden, wird besonders sorgfältig abgewogen; bei Kinderwunsch kann vorher das Einfrieren von Samen besprochen werden.
Nebenhoden-Granulom
Ein Nebenhoden-Granulom ist ein kleiner, fester Knoten am Nebenhoden. Er besteht aus Abwehrzellen und entsteht als Reaktion des Körpers, zum Beispiel nach einer früheren Entzündung. [PRÜFEN: weitere typische Ursachen, z. B. nach Vasektomie, ärztlich ergänzen] Das Granulom kann wachsen und dann als Schwellung tastbar werden.
Weil ein Knoten im Hodensack verschiedene Ursachen haben kann, wird er zuerst mit Ultraschall untersucht. Eine Operation ist nur sinnvoll, wenn das Granulom Schmerzen verursacht oder beim Gehen und Sitzen stört.
Bei dem Eingriff wird das Granulom über einen kleinen Schnitt gezielt und örtlich begrenzt entfernt. Der Nebenhoden selbst wird dabei so weit wie möglich geschont.
Die Risiken entsprechen denen bei der Nebenhodenzyste: Bluterguss, Entzündung, Wasserbruch und Vernarbung, die den Samentransport beeinträchtigen kann. Eine Minderung der Fruchtbarkeit ist vor allem bei einer Operation auf beiden Seiten möglich. Bei nur einem Hoden wird der Eingriff besonders zurückhaltend abgewogen.
Wasserbruch (Hydrozele)
Beim Wasserbruch (Hydrozele) sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Hüllen des Hodens. Der Hodensack schwillt an, meist auf einer Seite und oft ohne Schmerzen. Ein Wasserbruch kann mit einem Leistenbruch verwechselt werden; deshalb wird das zuerst mit einer Untersuchung und Ultraschall geklärt.
Ein kleiner Wasserbruch ohne Beschwerden kann beobachtet werden. Eine Operation kommt infrage, wenn er groß ist, Schmerzen verursacht, sich entzündet oder im Alltag stört.
Bei der Hydrozelektomie wird der Hodensack über einen Schnitt eröffnet, die Flüssigkeit entleert und die überschüssige Hülle entfernt. Blutende Gefäße werden sorgfältig verschlossen, danach wird der Hoden zurückverlagert. Der Eingriff ist in der Regel ambulant möglich.
Mögliche Risiken sind Nachblutung und Bluterguss, Schwellung, Entzündung und vorübergehende Schmerzen im Hoden. Der Wasserbruch kann wiederkehren. Selten wird die Blutversorgung des Hodens verletzt, was zu einer Verkleinerung des Hodens führen kann.
Verkürztes Vorhautbändchen (Frenulum)
Das Vorhautbändchen (Frenulum) verbindet die Vorhaut mit der Unterseite der Eichel. Ist es zu kurz (Frenulum breve), kann es bei der Erektion spannen, beim Geschlechtsverkehr schmerzen oder einreißen und die Eichel nach unten ziehen. Ein kurzes Bändchen kann angeboren sein oder durch wiederkehrende Entzündungen und Einrisse vernarben. [PRÜFEN: angeboren und/oder erworben – die Quelle widerspricht sich]
Zuerst wird eine bestehende Entzündung behandelt, zum Beispiel mit Salben. Reicht das nicht aus, kommt eine Frenulumplastik infrage.
Dabei wird das Bändchen quer eingeschnitten und anschließend längs vernäht, sodass es länger wird. Das Gefäß im Bändchen wird dabei versorgt. Der Eingriff erfolgt ambulant, mit örtlicher Betäubung oder in Narkose.
Mögliche Risiken sind Nachblutung, Schwellung, Entzündung im Wundbereich und blaue Flecken. Die Narbe ist meist fein, kann aber selten vorübergehend dunkler oder dicker werden. Nach dem Eingriff ist für einige Wochen auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. [PRÜFEN: Quelle nennt 4 bzw. 6 Wochen] Besteht zusätzlich eine Vorhautverengung, kann eine Zirkumzision die passendere Lösung sein.
Krampfaderbruch (Varikozele)
Beim Krampfaderbruch (Varikozele) sind die Venen am Samenstrang erweitert, meist auf der linken Seite. Typisch sind ein Schweregefühl im Hodensack und ziehende Schmerzen. Ein Krampfaderbruch kann außerdem die Samenqualität beeinträchtigen.
Die Diagnose stellt der Urologe durch Tasten im Stehen, auch beim Pressen, und mit Doppler-Ultraschall. Bei Kinderwunsch wird ein Spermiogramm gemacht. Bei einer rechtsseitigen Varikozele wird zusätzlich die Niere mit Ultraschall untersucht.
Nicht jeder Krampfaderbruch muss behandelt werden. Bei leichten Beschwerden können eine stützende Unterwäsche und Schmerzmittel ausreichen. Eine Operation kommt bei anhaltenden Schmerzen, bei unerfülltem Kinderwunsch mit auffälligem Spermiogramm oder aus ästhetischen Gründen infrage.
Dabei werden die erweiterten Venen unterbunden und durchtrennt, je nach Verfahren über die Leiste, per Bauchspiegelung oder mikrochirurgisch über einen kleinen Schnitt. [PRÜFEN: welche Verfahren in der Praxis angeboten werden]
Mögliche Risiken sind Blutung, Infektion, ein Wasserbruch, ein Wiederauftreten, ziehende Schmerzen und selten eine Verkleinerung des Hodens. Ob sich die Samenqualität verbessert, lässt sich nicht vorhersagen; eine Veränderung zeigt sich frühestens nach ca. 6 Monaten.
Fettabsaugung beim Mann
Bei der Fettabsaugung (Liposuktion) wird Fettgewebe unter der Haut an umschriebenen Stellen entfernt, etwa an Bauch, Flanken oder Schamhügel. Ziel ist eine veränderte Körperkontur. Eine Fettabsaugung ist keine Methode zum Abnehmen; ein stabiles Gewicht und eine ausgewogene Ernährung bleiben wichtig. Bei einer vergrößerten Brust informiert die Seite Brustverkleinerung beim Mann.
Zunächst wird eine Lösung mit Betäubungsmittel in das Gewebe gegeben (Tumeszenzanästhesie). Dann wird das Fett über kleine Schnitte mit feinen Kanülen abgesaugt. Danach wird ein Kompressionsmieder getragen. [PRÜFEN: Tragedauer, Quelle nennt 14 Tage]
Nicht geeignet ist der Eingriff unter anderem bei starkem Übergewicht, Gerinnungsstörungen oder einer Entzündung im Behandlungsgebiet.
Häufige, meist vorübergehende Folgen sind Schwellung, Blutergüsse, ein Spannungsgefühl und austretende Flüssigkeit aus den kleinen Wunden. Mögliche Komplikationen sind Entzündung, Nachblutung und Verletzung von Lymphgefäßen, selten auch schwerwiegende Komplikationen wie eine Entzündung des Bindegewebes (Fasziitis) oder Kreislaufprobleme.
Ablauf, Risiken und Nachsorge im Überblick
Vor jedem Eingriff steht ein ausführliches Gespräch mit Untersuchung, bei Befunden am Hoden in der Regel mit Ultraschall. Wir erklären Ihnen das Verfahren, die Risiken und die Alternativen; erst danach entscheiden Sie. Die meisten dieser Eingriffe sind ambulant möglich, mit örtlicher Betäubung oder in Narkose. [PRÜFEN: Klinikaufenthalt bei der Hodenvergrößerung, Quelle nennt 1 Nacht stationär]
Neben den oben genannten Risiken gilt für alle Eingriffe: Wo geschnitten wird, können Blutungen, Infektionen und Narben entstehen. Für die Heilung sind Hygiene und Schonung wichtig. Baden und Schwimmen sollten Sie in der Regel für 2 Wochen meiden, Sport für etwa 4 Wochen. [PRÜFEN: Zeiten je Eingriff bestätigen] Die Nachkontrollen besprechen wir individuell.
Alternativen und Kosten
Bei vielen der hier genannten Befunde ist Abwarten mit regelmäßiger Kontrolle eine echte Alternative, solange keine Beschwerden bestehen. Beim Krampfaderbruch und beim verkürzten Vorhautbändchen gibt es zudem nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten, die zuerst versucht werden können.
Die Kosten hängen vom Eingriff und vom Umfang ab und werden im Beratungsgespräch transparent besprochen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Häufige Fragen
Muss eine Schwellung im Hodensack immer operiert werden?
Nein. Viele Befunde wie eine kleine Nebenhodenzyste oder ein kleiner Wasserbruch können beobachtet werden. Wichtig ist, dass die Schwellung einmal ärztlich abgeklärt wird, damit andere Ursachen ausgeschlossen sind.
Beeinflussen diese Eingriffe die Fruchtbarkeit?
Bei Eingriffen am Nebenhoden kann eine Vernarbung den Samentransport beeinträchtigen, vor allem bei einer Operation auf beiden Seiten. Beim Krampfaderbruch kann die Operation dagegen ein Teil der Behandlung bei Kinderwunsch sein, ohne dass sich ein Ergebnis vorhersagen lässt. Wenn Sie sich Kinder wünschen, sprechen Sie das bitte im Beratungsgespräch an.
Kann ich nach dem Eingriff am selben Tag nach Hause gehen?
Bei den meisten dieser Eingriffe ist das möglich. Ob in Ihrem Fall ein Klinikaufenthalt sinnvoll ist, besprechen wir vorher. Für den Heimweg und die ersten Tage ist eine Begleitperson hilfreich.
Kann eine Fettabsaugung beim Abnehmen helfen?
Nein. Die Fettabsaugung verändert die Kontur an einzelnen Stellen, sie ersetzt keine Gewichtsabnahme. Bei starkem Übergewicht ist sie nicht geeignet.
Beratung bei Dr. med. Aref Elseweifi
Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie mit 39 Jahren Berufserfahrung und auf die Intimchirurgie und rekonstruktive Chirurgie des Mannes spezialisiert. Im persönlichen Gespräch klären wir, ob bei Ihnen eine Behandlung nötig ist, was ein Eingriff leisten kann und welche Alternativen es gibt, diskret und ohne Zeitdruck.
Die Beratung findet in der Praxis in Berlin-Zehlendorf (Teltower Damm 35, 14169 Berlin) statt; operiert wird in der Klinik Schöneberg (Fuggerstraße 23, 10777 Berlin).
Beratung anfragen · [Anrufen: 030 5057 9324](tel:+493050579324)
Quellen: EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health, 2026, Kapitel „Male Infertility“: https://uroweb.org/guidelines/sexual-and-reproductive-health/chapter/male-infertility (Abschnitt Varikozele) · [PRÜFEN: urologische Fachliteratur zu Hydrozele, Spermatozele und Frenulum breve ergänzen]
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
Medizinisch geprüft von Dr. med. Aref Elseweifi, Facharzt für Urologie · Stand: [PRÜFEN]
