Hodenhochstand OP: Orchidopexie bei Leistenhoden und Bauchhoden
Beim Hodenhochstand liegt ein Hoden oder liegen beide Hoden nicht im Hodensack, sondern in der Leiste oder im Bauchraum. Mit einer Hodenhochstand OP, der Orchidopexie, wird der Hoden in den Hodensack verlagert und dort befestigt. Ziel des Eingriffs ist eine normale Lage des Hodens, die Untersuchungen und Selbstkontrolle erleichtert und mögliche Folgeprobleme verringern soll.
Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Formen der Hodenfehllage es gibt, wie die Operation abläuft, welche Risiken bestehen und welche Alternativen infrage kommen.
Für wen kommt eine Orchidopexie infrage?
Ein Hodenhochstand ist angeboren und wird in der Regel bereits im Kindesalter behandelt. Manchmal wird er jedoch erst bei Jugendlichen oder erwachsenen Männern festgestellt oder bisher nicht behandelt. Masculine ist eine Praxis für Männer. [PRÜFEN: Welche Altersgruppen operiert Dr. Elseweifi – Erwachsene, Jugendliche, auch Kinder?]
Eine Orchidopexie kann infrage kommen bei:
- einem Leistenhoden, also einem Hoden, der im Leistenkanal liegt,
- einem Bauchhoden, der im Bauchraum liegt, sofern der Samenstrang lang genug ist,
- einem Gleithoden, der sich nur vorübergehend in den Hodensack ziehen lässt und wieder nach oben gleitet,
- einer Hodentorsion (Verdrehung des Hodens): Hier wird der Hoden im Rahmen einer Notfalloperation fixiert.
Wichtig: Plötzliche, starke Schmerzen im Hoden können auf eine Hodentorsion hinweisen. Das ist ein Notfall, der umgehend in einer Klinik abgeklärt werden sollte.
Wann wird nicht operiert?
Gegen eine Orchidopexie spricht in der Regel:
- ein Pendelhoden (Wanderhoden), der zwar zeitweise hochsteigt, aber auch von selbst im Hodensack liegt,
- ein stark verkleinerter Hoden (Schrumpfhoden, Hodenatrophie),
- ein Bauchhoden mit sehr kurzem Gefäßstiel,
- eine bestehende Entzündung im Genitalbereich.
Ursachen und Hintergrund: Was ist ein Hodenhochstand?
Während der Entwicklung im Mutterleib wandern die Hoden aus dem Bauchraum durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bleibt dieser Weg unvollständig, spricht man von Hodenhochstand (Maldescensus testis oder Kryptorchismus).
Häufigkeit
Ein Hodenhochstand betrifft etwa 3 % aller Neugeborenen [PRÜFEN: Quelle nennt zusätzlich „30 % der Knaben“ – vermutlich Frühgeborene?]. Bei vielen wandern die Hoden im ersten Lebensjahr noch von selbst in den Hodensack; danach liegt die Häufigkeit bei etwa 1 %. In etwa zwei Dritteln der Fälle ist nur eine Seite betroffen. In rund 90 % der Fälle lässt sich der Hoden in der Leiste tasten.
Formen der Hodenfehllage
Für die Entscheidung, ob eine Operation sinnvoll ist, wird genau unterschieden:
| Form | Beschreibung |
|---|---|
| Pendelhoden (Wanderhoden) | Der Hoden liegt meist im Hodensack und zieht sich zeitweise nach oben, z. B. bei Kälte. In der Regel keine Operation. |
| Gleithoden | Der Hoden lässt sich in den Hodensack ziehen, gleitet aber wieder nach oben. |
| Leistenhoden | Der Hoden liegt im Leistenkanal. |
| Bauchhoden | Der Hoden liegt im Bauchraum und ist von außen nicht tastbar. |
Warum wird ein Hodenhochstand behandelt?
Außerhalb des Hodensacks ist der Hoden einer höheren Körpertemperatur ausgesetzt. Das kann seine Funktion beeinträchtigen. Mit einem Hodenhochstand werden unter anderem folgende Risiken in Verbindung gebracht:
- eingeschränkte Fruchtbarkeit: Die statistische Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit wird mit etwa 10 % angegeben. [PRÜFEN: aktuelle Literaturangabe]
- Hodenkrebs: Das Risiko für einen Hodentumor (Seminom) gilt als etwa 10-mal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung. [PRÜFEN: aktuelle Literaturangabe]
- Hodenatrophie: Der Hoden kann sich verkleinern.
- Hodentorsion und Verletzungen: Ein Hoden in der Leiste ist anfälliger für Verdrehung und Druckverletzungen.
- Leistenbruch: Ein Hodenhochstand kann mit einem Leistenbruch einhergehen.
Wie stark sich diese Risiken durch eine Operation im Jugend- oder Erwachsenenalter noch beeinflussen lassen, ist individuell verschieden und wird im Beratungsgespräch besprochen. [PRÜFEN: ärztliche Aussage zum Nutzen der Orchidopexie bei Erwachsenen für Fruchtbarkeit und Krebsrisiko]
Behandlung und Ablauf der Orchidopexie
Ablauf Schritt für Schritt
1. Beratung und Untersuchung. Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch zu Ihrer Vorgeschichte, die körperliche Untersuchung und ein Ultraschall von Hoden und Leiste. Dabei wird auch auf mögliche Begleiterkrankungen geachtet, etwa ein Klinefelter-Syndrom oder ein Mangel an männlichem Hormon (Testosteron).
2. Aufklärung und Vorbereitung. Wir erklären Ihnen die geplante Operationstechnik und die Risiken. Es folgen Urin- und Blutuntersuchungen, danach unterschreiben Sie die Einwilligung. Vor dem Eingriff sollte im Genitalbereich keine Entzündung bestehen; sorgfältige Hygiene ist wichtig.
3. Die Operation. Die Orchidopexie wird in Vollnarkose durchgeführt und erfolgt in vier Schritten:
- Über einen Schnitt in der Leiste werden der Hoden, die Gefäße und der Samenstrang freigelegt und so weit gelöst, dass der Hoden ohne Zug verlagert werden kann.
- Zwischen Leiste und Hodensack wird ein Tunnel gebildet.
- Im Hodensack wird unter der Haut eine Tasche angelegt.
- Der Hoden wird durch den Tunnel gezogen, in die Tasche gelegt und dort befestigt.
Ist beidseitig ein Hodenhochstand vorhanden, werden beide Seiten in einem Eingriff operiert. [PRÜFEN: einzeitig oder in zwei Eingriffen?] Danach bleiben eine Narbe in der Leiste und eine kleine Narbe am Hodensack.
4. Nachsorge. Kontrollen finden kurz nach der Operation und nach etwa 4 Wochen statt (siehe „Heilung und Nachsorge“).
Hoden ohne ausreichende Länge des Gefäßstiels
Manchmal ist der Gefäßstiel des Hodens so kurz, dass der Hoden nicht ohne Spannung in den Hodensack gelegt werden kann. In solchen Fällen wird der Stiel besonders sorgfältig und möglichst lang freipräpariert. Reicht das nicht aus, kann eine mikrochirurgische Verlagerung des Hodens mit neuem Gefäßanschluss nötig werden. [PRÜFEN: Wird dieses Verfahren in der Praxis angeboten?]
Risiken und mögliche Komplikationen
Wie jede Operation ist auch die Orchidopexie mit Risiken verbunden. Wir besprechen sie im Aufklärungsgespräch ausführlich.
In der Heilungsphase
- Schwellung, Spannungsgefühl und Blutergüsse: Im Hodensack sind sie in den ersten etwa 10 Tagen üblich und bilden sich in der Regel zurück.
- Blutungen: Es kann zu Nachblutungen oder einem Bluterguss kommen.
- Entzündung: Die Wunde kann sich entzünden; deshalb werden nach der Operation Antibiotika gegeben.
Im weiteren Verlauf
- Hodenschrumpfung (Hodenatrophie): Weil Gefäße und Samenstrang freigelegt werden, kann die Blutversorgung des Hodens abnehmen. Der Hoden kann sich dann verkleinern. Das Risiko ist höher, je kürzer der Gefäßstiel und je höher der Hoden liegt.
- Verletzung des Hodens, der Gefäße oder des Samenleiters: Bei der Präparation kann eine Arterie oder der Samenleiter verletzt werden. Das ist selten.
- Erneutes Hochrutschen des Hodens: Der Hoden kann sich in einzelnen Fällen wieder nach oben verlagern. [PRÜFEN: ärztliche Aussage zu diesem Risiko]
- Narben: Es bleiben eine feine Narbe in der Leiste und am Hodensack. Sie verblasst in der Regel im Laufe von etwa 6 Monaten.
- Allgemeine Risiken von Operation und Narkose, die im Aufklärungsgespräch besprochen werden.
Eine Orchidopexie beseitigt das erhöhte Risiko für Hodenkrebs nicht vollständig. Deshalb ist es sinnvoll, die Hoden auch nach der Operation regelmäßig selbst abzutasten und Verhärtungen ärztlich abklären zu lassen.
Alternativen zur Orchidopexie
- Abwarten: Im ersten Lebensjahr wandern die Hoden häufig noch von selbst in den Hodensack. Deshalb wird bei Säuglingen zunächst abgewartet.
- Hormonbehandlung: Bei Kindern kann vor einer Operation eine Behandlung mit Hormonen versucht werden, als Spritze (hCG, humanes Choriongonadotropin) oder als Nasenspray (GnRH-Analoga). Erst wenn sie nicht ausreicht, wird operiert. [PRÜFEN: Stellenwert der Hormonbehandlung bei Jugendlichen und Erwachsenen]
- Kontrolle ohne Operation: Bei einem Pendelhoden ist meist keine Operation nötig; regelmäßige Kontrollen genügen in der Regel.
- Bei stark verkleinertem Hoden: Kommt eine Verlagerung nicht infrage, wird individuell besprochen, welche Behandlung sinnvoll ist, zum Beispiel die Entfernung des Hodens und gegebenenfalls eine Hodenprothese. [PRÜFEN: ärztliche Empfehlung bei Schrumpfhoden im Erwachsenenalter]
Für die Verlagerung eines Leisten- oder Bauchhodens in den Hodensack ist die Orchidopexie das übliche operative Verfahren; eine andere Operation mit gleichem Ziel gibt es bisher nicht.
Heilung und Nachsorge
- Heilungsphase: Die Wunden heilen in etwa 2 Wochen. Bis zu 4 Wochen sind eingeschränkte Aktivitäten ratsam.
- Verband: Ein Verband ist nach der Operation für etwa 10 Tage notwendig.
- Antibiotika: für etwa 10 Tage nach der Operation, um einer Entzündung vorzubeugen.
- Baden und Schwimmen: 2 Wochen lang nicht.
- Sport: mindestens 4 Wochen Pause; das gilt besonders für Fußball und Kampfsport.
- Sonnenbaden: nach etwa 8 Wochen.
- Arbeitsfähigkeit: nach etwa 7 Tagen, je nach Tätigkeit. [PRÜFEN: Arbeitsunfähigkeit bei Erwachsenen]
- Kontrollen: kurz nach der Operation und nach etwa 4 Wochen. Bis zur vollständigen Heilung sollte eine ärztliche Betreuung an Ihrem Wohnort sichergestellt sein.
- Selbstuntersuchung: Tasten Sie Ihre Hoden auch langfristig regelmäßig ab.
Die Lage des Hodens ist schon nach der Operation erkennbar. Das endgültige Ergebnis lässt sich nach etwa 2 Wochen beurteilen, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Melden Sie sich bitte zeitnah, wenn Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung oder Schmerzen auftreten.
Kosten
Die Kosten hängen davon ab, ob eine oder beide Seiten operiert werden, und werden im Beratungsgespräch transparent besprochen. Als Orientierung: Eine einseitige Orchidopexie kostet ca. 2.000 €, eine beidseitige ca. 4.000 €. Masculine ist eine reine Privatpraxis; abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). [PRÜFEN: GOÄ-Prüfung der Preisangabe vor Veröffentlichung; was im Betrag enthalten ist, z. B. Narkose]
Häufige Fragen zur Hodenhochstand OP
Kann ein Hodenhochstand auch bei Erwachsenen operiert werden?
Ja, eine Orchidopexie ist grundsätzlich auch im Jugend- und Erwachsenenalter möglich, wenn der Hoden ausreichend groß ist und der Gefäßstiel genug Länge hat. Ob der Eingriff in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären Untersuchung und Ultraschall. [PRÜFEN: ärztliche Aussage]
Wie lange dauert die Operation?
Etwa eine Stunde bei einseitigem und etwa zwei Stunden bei beidseitigem Hodenhochstand.
Muss ich im Krankenhaus bleiben?
Der Eingriff kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. Ob das auch für Sie gilt, besprechen wir vorab. [PRÜFEN: ambulant oder stationär bei Erwachsenen]
Verbessert die Operation meine Fruchtbarkeit?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ziel der Orchidopexie ist eine normale Lage des Hodens. Wie sich der Eingriff im Erwachsenenalter auf die Fruchtbarkeit auswirkt, hängt vom Einzelfall ab, unter anderem vom Zustand des Hodens. Auf Wunsch kann vorab ein Spermiogramm sinnvoll sein. [PRÜFEN: Spermiogramm vor der OP empfohlen?]
Ist das Krebsrisiko nach der Operation normal?
Nicht ganz. Das erhöhte Risiko für Hodenkrebs bleibt auch nach einer Orchidopexie bestehen. Ein Hoden im Hodensack lässt sich aber besser abtasten und mit Ultraschall kontrollieren. Deshalb ist die regelmäßige Selbstuntersuchung wichtig.
Sieht man die Narben?
Es bleiben eine feine Narbe in der Leiste und eine kleine Narbe am Hodensack. Sie verblasst in der Regel im Laufe von etwa 6 Monaten.
Wann kann ich wieder Sport treiben?
Nach etwa 4 Wochen. Fußball und Kampfsport sollten Sie mindestens so lange meiden.
Beratung bei Dr. med. Aref Elseweifi
Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie mit 39 Jahren Berufserfahrung und auf die Intimchirurgie und rekonstruktive Chirurgie des Mannes spezialisiert. Im persönlichen Gespräch klären wir, welche Form der Hodenfehllage vorliegt, ob eine Operation bei Ihnen sinnvoll ist und welche Alternativen es gibt – diskret und ohne Zeitdruck. Weitere Eingriffe an Hoden und Hodensack finden Sie in der Übersicht der Behandlungen.
Die Beratung findet in der Praxis in Berlin-Zehlendorf (Teltower Damm 35, 14169 Berlin) statt; operiert wird in der Klinik Schöneberg (Fuggerstraße 23, 10777 Berlin).
Beratung anfragen · [Anrufen: 030 5057 9324](tel:+493050579324)
Quellen: AWMF-Leitlinie 006-022 „Hodenhochstand – Maldescensus testis“ (S2k, Stand August 2016, laut Register in Überarbeitung): https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/006-022 · EAU Guidelines on Paediatric Urology, 2026, Kapitel „Management of Undescended Testes“: https://uroweb.org/guidelines/paediatric-urology/chapter/management-of-undescended-testes · [PRÜFEN: Leitlinie zu Hodenhochstand bei Erwachsenen]
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.
Medizinisch geprüft von Dr. med. Aref Elseweifi, Facharzt für Urologie · Stand: [PRÜFEN]
