Gynäkomastie OP: Brustverkleinerung beim Mann

Eine vergrößerte Brust ist für viele betroffene Männer unangenehm – im Schwimmbad, beim Sport oder schon im eng anliegenden Hemd. Eine Gynäkomastie OP (operative Brustverkleinerung beim Mann) kann infrage kommen, wenn die Ursache ärztlich abgeklärt ist und keine behandelbare Grunderkrankung dahintersteht. Ziel des Eingriffs ist eine flachere, an den Körper angepasste Brustkontur.

Auf dieser Seite erfahren Sie, worin sich eine echte Gynäkomastie von einer Fetteinlagerung unterscheidet, warum die Abklärung vor jeder Operation steht, wie der Eingriff abläuft, welche Risiken bestehen und welche Alternativen es gibt. Die Seite richtet sich an erwachsene Männer.

ICD-10: N62 (Hypertrophie der Mamma) · OPS: 5-870, 5-911.1a [PRÜFEN: Codes ärztlich bestätigen]

Für wen kommt eine Gynäkomastie OP infrage?

Eine Brustverkleinerung beim Mann ist in der Regel ein Wahleingriff. Sie kann infrage kommen, wenn:

  • Ihre Brust ein- oder beidseitig vergrößert ist und Sie das dauerhaft belastet,
  • die Ursache ärztlich abgeklärt ist und keine Erkrankung vorliegt, die zuerst behandelt werden muss,
  • die Vergrößerung trotz stabilem Körpergewicht bestehen bleibt [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung dieser Bedingung],
  • Sie eine realistische Vorstellung davon haben, was der Eingriff leisten kann und wo seine Grenzen liegen.

Wann wird zunächst nicht operiert?

Liegt der Brustvergrößerung eine internistische, hormonelle oder onkologische Ursache zugrunde, steht deren Behandlung an erster Stelle. Eine Fettabsaugung der Brust ist in diesen Fällen nicht der richtige erste Schritt. Auch bei Gerinnungsstörungen oder wenn blutverdünnende Medikamente nicht pausiert werden können, muss das Vorgehen individuell abgewogen werden. [PRÜFEN: weitere Gegenanzeigen ärztlich ergänzen]

Hintergrund: Gynäkomastie oder Fetteinlagerung?

Die männliche Brust ist ähnlich aufgebaut wie die weibliche, nur deutlich kleiner: Sie liegt auf dem großen Brustmuskel und besteht aus Fettgewebe, einem kleinen Drüsenkörper, Gefäßen und Nerven. Brustwarze und Warzenhof sind empfindlich.

Eine vergrößerte Männerbrust kann zwei Ursachen haben, die sich oft auch mischen:

  • Echte Gynäkomastie: Der Drüsenkörper hinter der Brustwarze ist vergrößert. Häufig ist er als feste Verdickung tastbar. Auslöser ist meist ein Ungleichgewicht der Hormone, zum Beispiel ein relatives Übergewicht des weiblichen Hormons Östrogen.
  • Pseudogynäkomastie (Lipomastie): Die Vergrößerung beruht überwiegend auf Fetteinlagerung, ohne vergrößerte Drüse. Nach der Quelle ist das bei vielen Männern der Hauptgrund. [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung]

Welche Form vorliegt, lässt sich nicht allein am Aussehen erkennen. Das klärt die Untersuchung.

Mögliche Ursachen

Eine vergrößerte Männerbrust kann unter anderem zusammenhängen mit:

  • Fetteinlagerung und Übergewicht,
  • hormonellen Veränderungen (z. B. mehr Östrogen oder Prolaktin) und Erkrankungen der Hormondrüsen,
  • Erkrankungen der Leber oder der Nieren,
  • erblicher Veranlagung,
  • Alkohol- und Drogenkonsum,
  • bestimmten Medikamenten, etwa einer Hormontherapie bei Prostataerkrankungen [PRÜFEN: Medikamentengruppen ärztlich ergänzen],
  • seltener Tumoren, z. B. des Hodens oder der Niere.

Diese Liste dient der Orientierung. Bei den meisten Männern findet sich eine gut erklärbare Ursache [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung]; gerade deshalb ist die Abklärung vor einer Operation wichtig. Steckt eine behandelbare Ursache dahinter, kann deren Behandlung die Brust bereits verkleinern oder den Eingriff überflüssig machen.

Behandlung: Abklärung und Ablauf der Operation

1. Beratung und Untersuchung

Am Anfang stehen das Gespräch und die körperliche Untersuchung der Brust. Dazu gehören eine Hormonanalyse im Blut und eine Urinuntersuchung. Ist eine Verhärtung in der Brust tastbar, sind zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung und eine Mammographie notwendig. Erst wenn die Ursache geklärt ist, besprechen wir, ob eine Operation sinnvoll ist und welches Vorgehen zu Ihrem Befund passt.

2. Vorbereitung

  • Blutverdünnende Medikamente und das Rauchen sollten mindestens 2 Wochen vor der Operation pausiert werden – Medikamente nur nach Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. [PRÜFEN: die alte Übersichtstabelle nennt „Nikotin & Alkohol 4 Wochen vor der OP absetzen“]
  • Sorgfältige Hygiene vor und nach dem Eingriff senkt das Infektionsrisiko.
  • Die einzelnen Schritte und die Betäubung werden Ihnen im Aufklärungsgespräch genau erklärt.

3. Der Eingriff

Die Operation erfolgt in Tumeszenzanästhesie mit Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Bei der Tumeszenzanästhesie wird eine Lösung aus Kochsalz und örtlich betäubenden sowie gefäßverengenden Medikamenten in das Fettgewebe eingebracht. Sie betäubt das Gewebe, lässt es abschwellen und erleichtert das Absaugen.

Je nach Befund umfasst der Eingriff einen oder mehrere Schritte:

  • Fettabsaugung: Über einen kleinen, möglichst unauffällig gelegten Schnitt unter der Brust wird das Fett mit einer feinen Kanüle abgesaugt. Mit einer noch feineren Kanüle wird anschließend die Unterseite der Haut behandelt, damit sie sich besser an die neue Kontur anlegen kann.
  • Entfernung von Drüsengewebe und Verhärtungen: Feste Anteile, die sich nicht absaugen lassen, werden über einen erweiterten Zugang entfernt. [PRÜFEN: Lage des Schnitts für die Drüsenentfernung, z. B. am Rand des Warzenhofs]
  • Anpassung von Brustwarze und Warzenhof: Bei Bedarf wird ein ringförmiger Hautstreifen um den Warzenhof entfernt, damit dieser zum neuen Volumen passt.

Zum Schluss wird ein Kompressionsverband bzw. eine Kompressionsweste angelegt. Der Eingriff kann in der Regel ambulant erfolgen. [PRÜFEN: ambulant oder eine Nacht in der Klinik]

Die Brustverkleinerung lässt sich mit einer Fettabsaugung an anderen Körperstellen, etwa am Bauch oder an den Flanken, kombinieren. Ob das für Sie sinnvoll ist, klären wir im Beratungsgespräch.

4. Nachsorge

Es folgen Kontrolltermine und Hinweise zum Verhalten in den ersten Wochen (siehe „Heilung und Nachsorge“).

Risiken und mögliche Komplikationen

Jeder Eingriff ist mit Risiken verbunden. Wir besprechen sie im Aufklärungsgespräch ausführlich.

Häufig und meist vorübergehend

  • Schwellungen, Spannungsgefühl und leichte Schmerzen,
  • Blutergüsse und eine zeitweise bläuliche Verfärbung der Haut,
  • ein verändertes oder vermindertes Gefühl an Brustwarze und Warzenhof. Es bildet sich meist zurück, kann aber in manchen Fällen dauerhaft bleiben.

Mögliche Komplikationen

  • Nachblutung oder größerer Bluterguss,
  • Entzündung bzw. Wundinfektion,
  • Wundheilungsstörungen, z. B. wenn sich eine Wunde an einer Stelle wieder öffnet,
  • Verhärtungen im Gewebe,
  • Verschluss eines versorgenden Blutgefäßes,
  • Thrombose und Embolie.

Mögliche Folgen für die Form

  • Es wird weniger Gewebe entfernt als gewünscht (Unterkorrektur),
  • die beiden Seiten sind nicht ganz gleich (Asymmetrie),
  • die Oberfläche der Brust ist uneben,
  • die Brustwarze zieht sich nach innen ein,
  • Narben, die in seltenen Fällen auffälliger ausfallen können [PRÜFEN].

Eine unregelmäßige Oberfläche lässt sich nach der Quelle in manchen Fällen mit einer Eigenfett-Unterspritzung ausgleichen. [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung] Dazu kommen die allgemeinen Risiken von Eingriff und Betäubung.

Das Risiko für Blutungen und Blutergüsse sinkt, wenn Sie die Hinweise zu blutverdünnenden Medikamenten einhalten und die Kompressionsweste wie empfohlen tragen.

Alternativen zur Operation

  • Behandlung der Ursache: Steckt eine hormonelle, internistische oder medikamentöse Ursache dahinter, wird zuerst diese behandelt – je nach Befund mit Medikamenten oder durch eine Anpassung der bisherigen Therapie in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. [PRÜFEN: Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung ärztlich ergänzen]
  • Gewichtsabnahme und Bewegung: Bei einer überwiegend fettbedingten Vergrößerung kann eine Gewichtsreduktion die Brust verkleinern. Vergrößertes Drüsengewebe bildet sich dadurch in der Regel nicht zurück. [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung]
  • Abwarten und beobachten: Eine vergrößerte Männerbrust ohne krankhafte Ursache ist medizinisch meist unbedenklich. Ob und wann Sie sich operieren lassen, ist Ihre freie Entscheidung.
  • Nicht-operative Verfahren zur Fettreduktion, etwa mit Laser, Vibration, Licht oder Injektionen, werden ebenfalls angeboten. Ob sie bei einer vergrößerten Männerbrust geeignet sind, hängt vom Befund ab; vergrößertes Drüsengewebe lässt sich damit nicht entfernen. [PRÜFEN: ärztliche Einschätzung]

Eine Übersicht über weitere Eingriffe finden Sie unter Behandlungen.

Heilung und Nachsorge

  • Kompressionsweste: Sie wird etwa 3–4 Wochen getragen. Sie hilft, Blutungen und Blutergüsse zu vermeiden, und hält die Haut eng an der Brustwand. [PRÜFEN: die Quelle nennt an einer Stelle 3 Wochen, an anderer 3–4 Wochen]
  • Verband und Medikamente: Der Verband wird in den ersten 10 Tagen täglich gewechselt. Ein Antibiotikum wird bis zu 10 Tage eingenommen. [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung]
  • Blutverdünnende Medikamente: nach Absprache mit Ihrer Internistin oder Ihrem Internisten etwa 2 Wochen nach der Operation weiter pausieren.
  • Heilungsphase: etwa 4 Wochen; bei Schwellungen oder Blutergüssen kann sie länger dauern. Das Spannungsgefühl lässt in der Regel innerhalb von etwa 2 Wochen nach.
  • Arbeitsunfähigkeit: etwa 2 Wochen, je nach Tätigkeit.
  • Sport und Baden: Gymnastik etwa 2 Wochen meiden, Baden und Schwimmen etwa 2–4 Wochen. [PRÜFEN: die Quelle nennt für Schwimmen einmal 2, einmal 4 Wochen]
  • Kontrolltermine: unmittelbar nach der Operation und etwa 4 Wochen später. [PRÜFEN: Zeitpunkte bestätigen]

Engmaschige Kontrollen helfen, Komplikationen früh zu erkennen. Melden Sie sich bitte zeitnah, wenn Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung oder Schmerzen auftreten. Die endgültige Brustkontur zeigt sich erst, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist. [PRÜFEN: Zeitraum ärztlich ergänzen]

Kosten

Die Kosten hängen vom Befund und vom Umfang des Eingriffs ab, etwa davon, ob nur Fett abgesaugt oder auch Drüsengewebe entfernt wird, und werden im Beratungsgespräch transparent besprochen. Als Richtwert gelten ca. 3.500–4.000 €. Masculine ist eine reine Privatpraxis; abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). [PRÜFEN: Preisangabe vor Veröffentlichung rechtlich prüfen (GOÄ); sind Narkose und Klinikaufenthalt enthalten?]

Häufige Fragen zur Gynäkomastie OP

Woran erkenne ich, ob ich eine echte Gynäkomastie habe?

Ein fester, tastbarer Knoten direkt hinter der Brustwarze spricht eher für vergrößertes Drüsengewebe, eine weiche, gleichmäßige Vergrößerung eher für Fett. Sicher unterscheiden lässt sich das nur durch die ärztliche Untersuchung, gegebenenfalls mit Ultraschall. Oft liegt eine Mischform vor.

Reicht eine Fettabsaugung aus?

Bei einer überwiegend fettbedingten Vergrößerung kann die Fettabsaugung ausreichen. Ist der Drüsenkörper vergrößert, wird dieses feste Gewebe zusätzlich entfernt, weil es sich nicht absaugen lässt. Welches Vorgehen in Ihrem Fall sinnvoll ist, besprechen wir nach der Untersuchung.

Wie lange dauert die Operation?

Nach der Quelle dauert der Eingriff etwa 1,5–2 Stunden. [PRÜFEN] Die genaue Dauer hängt davon ab, wie viel Gewebe entfernt wird und ob die Haut um den Warzenhof angepasst werden muss.

Bin ich während der Operation wach?

Der Eingriff kann in Tumeszenzanästhesie mit Dämmerschlaf oder in Vollnarkose erfolgen. Im Dämmerschlaf sind Sie entspannt und schläfrig, die Brust ist örtlich betäubt. Welche Betäubung passt, besprechen wir mit Ihnen vorab.

Sieht man Narben?

Die Schnitte für die Fettabsaugung sind klein und liegen möglichst unauffällig unter der Brust. Wird Haut um den Warzenhof entfernt oder Drüsengewebe über einen größeren Zugang entfernt, entsteht dort eine zusätzliche Narbe. [PRÜFEN: Lage und Aussehen der Narben ärztlich ergänzen]

Kann die Brust nach der Operation wieder größer werden?

Entferntes Fett- und Drüsengewebe wächst in der Regel nicht nach. Nimmt man jedoch deutlich zu oder besteht die hormonelle Ursache weiter, kann sich die Brust erneut vergrößern. [PRÜFEN: ärztliche Bestätigung] Deshalb ist die Abklärung der Ursache vor dem Eingriff so wichtig.

Ab wann darf ich wieder Sport treiben?

Leichte Bewegung ist bald wieder möglich. Gymnastik sollten Sie etwa 2 Wochen meiden, Schwimmen etwa 2–4 Wochen. Wann Sie wieder voll belasten können, besprechen wir beim Kontrolltermin. [PRÜFEN: Zeitpunkt für Krafttraining und Brustmuskeltraining]

Beratung bei Dr. med. Aref Elseweifi

Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie mit 39 Jahren Berufserfahrung und auf die Intimchirurgie und rekonstruktive Chirurgie des Mannes spezialisiert. Im persönlichen Gespräch klären wir die Ursache Ihrer Brustvergrößerung, ob eine Operation sinnvoll ist und welche Möglichkeiten es außerdem gibt – diskret und ohne Zeitdruck.

Die Beratung findet in der Praxis in Berlin-Zehlendorf (Teltower Damm 35, 14169 Berlin) statt; operiert wird in der Klinik Schöneberg (Fuggerstraße 23, 10777 Berlin).

Beratung anfragen · [Anrufen: 030 5057 9324](tel:+493050579324)

Quellen:

  • Dickson G. Gynecomastia. American Family Physician. 2012;85(7):716–722. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22534349/
  • Thiruchelvam P, Walker JN, Rose K, Lewis J, Al-Mufti R. Gynaecomastia. BMJ. 2016;354:i4833. DOI: 10.1136/bmj.i4833 · PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27659195/
  • Barros ACSD, Sampaio MCM. Gynecomastia: physiopathology, evaluation and treatment. Sao Paulo Medical Journal. 2012;130(3):187–197. DOI: 10.1590/S1516-31802012000300009 · PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22790552/
  • Brown RH, Chang DK, Siy R, Friedman J. Trends in the Surgical Correction of Gynecomastia. Seminars in Plastic Surgery. 2015;29(2):122–130. DOI: 10.1055/s-0035-1549053 · PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26528088/

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

Medizinisch geprüft von Dr. med. Aref Elseweifi, Facharzt für Urologie · Stand: [PRÜFEN]