Hodenprothese: Implantat bei fehlendem Hoden

Wenn ein Hoden entfernt werden musste oder von Geburt an fehlt, wirkt der Hodensack auf einer Seite leer. Viele Männer empfinden das als Belastung, im Alltag, in der Sauna oder in der Partnerschaft. Eine Hodenprothese ist ein Implantat aus Silikon, das den fehlenden Hoden in Form und Größe nachbildet. Ziel des Eingriffs ist ein möglichst ausgeglichenes Erscheinungsbild des Hodensacks.

Auf dieser Seite erfahren Sie, für wen eine Hodenprothese infrage kommt, wie der Eingriff abläuft, welche Risiken bestehen und welche Alternativen es gibt.

Für wen kommt eine Hodenprothese infrage?

Eine Hodenprothese kann für erwachsene Männer sinnvoll sein, bei denen ein Hoden fehlt oder deutlich verkleinert ist, zum Beispiel:

  • nach der operativen Entfernung eines Hodens (Orchiektomie), etwa wegen eines Tumors,
  • nach einer Verletzung des Hodens, etwa durch einen Unfall,
  • nach einer Hodentorsion (Verdrehung des Hodens mit Unterbrechung der Durchblutung), wenn der Hoden nicht erhalten werden konnte,
  • bei einem Hoden, der sich zurückgebildet hat (Hodenatrophie, „Schrumpfhoden“), zum Beispiel nach einer schweren Nebenhodenentzündung,
  • bei einem nicht abgestiegenen Hoden (Leistenhoden), der entfernt werden musste,
  • bei einem von Geburt an fehlenden Hoden (angeborener Einzelhoden).

Der Eingriff dient dem Erscheinungsbild und dem eigenen Körpergefühl. Er ersetzt nicht die Funktion des Hodens: Eine Prothese bildet weder Hormone noch Samenzellen.

Wann wird nicht operiert?

Gegen eine Hodenprothese spricht in der Regel:

  • eine Entzündung im Bereich des Hodensacks oder der Haut,
  • eine ausgeprägte Durchblutungsstörung,
  • eine psychische Erkrankung, bei der zunächst eine andere Unterstützung im Vordergrund steht. [PRÜFEN: genaue Formulierung der psychischen Kontraindikation]

Ist der Hodensack bereits voroperiert, ist eine Implantation nur eingeschränkt möglich. Ob sie in Ihrem Fall infrage kommt, klären wir nach einer sorgfältigen Untersuchung.

Hintergrund: Warum ein fehlender Hoden belasten kann

Der Hoden hat zwei Aufgaben: Er bildet das männliche Hormon Testosteron und die Samenzellen. Fehlt ein Hoden, übernimmt der verbleibende Hoden diese Aufgaben in vielen Fällen ausreichend. [PRÜFEN: ärztliche Aussage zur Hormon- und Fruchtbarkeitsfunktion bei Einzelhoden]

Medizinisch ist ein Ersatz daher oft nicht notwendig. Für viele Männer ist der sichtbare und tastbare Unterschied aber ein Thema, das sie beschäftigt, gerade wenn die Entfernung mit einer schweren Diagnose oder einem Unfall verbunden war. Ein ungleicher Hodensack kann das Selbstbild und die Sexualität beeinflussen. Diese Belastung ist ein nachvollziehbarer Grund, sich über eine Hodenprothese zu informieren.

Was ist eine Hodenprothese?

Eine Hodenprothese ist ein Implantat aus medizinischem Silikon in der Form eines Hodens. Sie ist in verschiedenen Größen erhältlich, damit sie zum verbleibenden Hoden passt. In der Praxis werden Prothesen des Herstellers Sebbin verwendet. [PRÜFEN: Hersteller aktuell noch Sebbin? Füllung (Silikongel oder fest) und Oberfläche]

Behandlung und Ablauf

1. Beratung und Untersuchung

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Ihre Vorgeschichte, Ihre Wünsche und Ihre Erwartungen. Dr. Elseweifi untersucht den Hodensack und den verbleibenden Hoden und dokumentiert den Befund, bei Ihrem Einverständnis auch mit Fotos für die Krankenakte. Er erklärt die Operationstechnik und zeigt Ihnen Prothesen in verschiedenen Größen, damit Sie eine Vorstellung davon bekommen.

Wenn ein Hoden wegen eines Tumors entfernt wurde, wird der Zeitpunkt des Eingriffs mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt abgestimmt. [PRÜFEN: Empfehlung zum zeitlichen Abstand nach Tumorbehandlung bzw. Bestrahlung]

2. Vorbereitung

  • Urin- und Blutuntersuchung,
  • schriftliche Aufklärung und Einwilligung,
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol etwa 4 Wochen vor dem Eingriff,
  • sorgfältige Hygiene im Genitalbereich; der Bereich sollte frei von Entzündungen sein. Dazu wird 3 Tage vor der Operation ein antibiotisches Gel aufgetragen.

Einen Operationstermin sollten Sie etwa 14 Tage im Voraus planen.

3. Der Eingriff

Die Operation dauert etwa eine Stunde und erfolgt in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose, in der Klinik Schöneberg.

  • Über einen kleinen Schnitt in der Mitte des Hodensacks wird auf der betroffenen Seite Platz für die Prothese geschaffen.
  • Die vorab ausgewählte Silikonprothese wird eingesetzt und so positioniert, dass sie möglichst symmetrisch zum verbleibenden Hoden liegt.
  • Das umliegende Bindegewebe (Faszie) wird über der Prothese vernäht, damit sie an ihrem Platz bleibt.
  • Die Haut wird verschlossen, und ein Kompressionsverband wird angelegt.

Nach dem Eingriff bleiben Sie eine Nacht in der Klinik, damit Blutungen oder Entzündungen frühzeitig erkannt werden können.

4. Nachsorge

Es folgen eine Kontrolle unmittelbar nach der Operation und eine weitere nach etwa 4 Wochen (siehe „Heilung und Nachsorge“).

Risiken und mögliche Komplikationen

Wie jeder operative Eingriff ist auch die Implantation einer Hodenprothese mit Risiken verbunden. Wir besprechen sie im Aufklärungsgespräch ausführlich.

In der Heilungsphase

  • Schwellung und Spannungsgefühl: In den ersten etwa 10 Tagen ist ein Spannungsgefühl im Hodensack üblich. Schwellungen bilden sich in der Regel innerhalb einiger Wochen zurück.
  • Nachblutung und Bluterguss: Weil beim Eingriff kleine Gefäße durchtrennt werden, kann es zu einer Blutung oder einem Bluterguss kommen.
  • Wundentzündung: In seltenen Fällen entzündet sich die Wunde. Sie wird mit Antibiotika und einem speziellen Verband behandelt.

Im weiteren Verlauf

  • Infektion der Prothese: Lässt sich eine Infektion nicht ausreichend behandeln, kann es nötig werden, die Prothese wieder zu entfernen. Eine erneute Implantation ist dann frühestens nach vollständiger Ausheilung möglich. [PRÜFEN: ärztliche Aussage, Quelle nennt nur „Wundentzündung“]
  • Ungleiche Lage: Der Hodensack kann seitlich ungleich wirken, wenn die Prothese höher oder tiefer liegt als der verbleibende Hoden. Eine sorgfältige Platzierung und der Kompressionsverband sollen dem vorbeugen.
  • Verlagerung oder Durchwandern: Die Prothese kann sich verschieben oder, sehr selten, durch eine dünne Haut nach außen drängen. In diesem Fall ist ein erneuter Eingriff nötig. [PRÜFEN: nicht in der Quelle, ärztliche Bestätigung]
  • Tastgefühl und Größe: Eine Prothese fühlt sich nicht genau wie ein natürlicher Hoden an. Sie kann fester wirken, und die gewählte Größe kann im Nachhinein als zu groß oder zu klein empfunden werden. [PRÜFEN: nicht in der Quelle, ärztliche Bestätigung]
  • Beschwerden durch das Implantat: Manche Männer nehmen die Prothese über längere Zeit als Fremdkörper oder als unangenehm wahr. [PRÜFEN: nicht in der Quelle, ärztliche Bestätigung]
  • Narbe: Die Narbe liegt in der Mitte des Hodensacks. Sie ist meist fein und verblasst in vielen Fällen innerhalb von etwa 6 Monaten deutlich.
  • Allgemeine Risiken von Operation und Narkose, die im Aufklärungsgespräch besprochen werden.

Eine Prothese ist ein Implantat. Ob und wann sie ausgetauscht werden muss, lässt sich nicht für jeden Fall vorhersagen. [PRÜFEN: Haltbarkeitsangabe des Herstellers]

Alternativen zur Hodenprothese

Eine Hodenprothese ist eine Möglichkeit, aber keine Notwendigkeit. Je nach Situation kommen auch infrage:

  • Auf eine Operation verzichten: Da der Eingriff medizinisch in der Regel nicht notwendig ist, ist es eine gleichwertige Entscheidung, keinen Ersatz einsetzen zu lassen. Sie können sich auch später noch dafür entscheiden.
  • Gesprächs- oder psychologische Begleitung: Gerade nach einer Krebsdiagnose oder einem Unfall kann eine Begleitung helfen, die Veränderung des eigenen Körpers zu verarbeiten, allein oder zusätzlich zu einem Eingriff.
  • Prothese im selben Eingriff wie die Hodenentfernung: Steht eine Entfernung noch bevor, kann geprüft werden, ob die Prothese gleich mit eingesetzt wird. Das klären Sie mit den behandelnden Ärzten. [PRÜFEN: ob diese Option in der Praxis angeboten wird]
  • Bei kleinem, aber vorhandenem Hoden: Hier kann je nach Befund eine andere Behandlung sinnvoll sein, mehr dazu unter Weitere Eingriffe. Wirkt eher der Hodensack insgesamt zu klein, informiert die Seite Hodensackvergrößerung.
  • Bei Hodenhochstand: Liegt der Hoden in der Leiste und ist erhalten, kann er unter Umständen mit einer Orchidopexie in den Hodensack verlagert werden.

Fehlen beide Hoden oder ist der Hormonspiegel zu niedrig, wird eine Hormonbehandlung unabhängig von einer Prothese ärztlich geprüft. [PRÜFEN: Hinweis zur Testosterontherapie]

Heilung und Nachsorge

  • Heilungsphase: Rechnen Sie mit mindestens 10 Tagen, in denen Sie sich schonen sollten, um Blutungen und Entzündungen zu vermeiden.
  • Antibiotika: bis zu 10 Tage nach der Operation.
  • Verbandswechsel: täglich, etwa 10 Tage lang.
  • Baden und Schwimmen: 2 Wochen nicht.
  • Radfahren und Geschlechtsverkehr: frühestens nach 2 Wochen. [PRÜFEN: Quelle nennt im Überblick 4 Wochen Abstinenz]
  • Arbeitsfähigkeit: Eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 2 Wochen ist sinnvoll.
  • Sport und Sonne: Sport nach etwa 4 Wochen, Sonnenbaden nach etwa 8 Wochen.
  • Kontrollen: unmittelbar nach der Operation und nach etwa 4 Wochen. Bis zur vollständigen Heilung sollte eine ärztliche Betreuung an Ihrem Wohnort sichergestellt sein.

Das Aussehen ist direkt nach dem Eingriff durch die Schwellung noch verändert. Eine erste Einschätzung ist nach etwa 2 Wochen möglich, wenn die Schwellung abgeklungen ist.

Melden Sie sich bitte zeitnah, wenn Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung oder Schmerzen auftreten.

Kosten

Die Kosten hängen vom Befund und vom Umfang des Eingriffs ab und werden im Beratungsgespräch transparent besprochen. Als Richtwert gilt ca. 2.800–3.400 €. Masculine ist eine reine Privatpraxis; abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). [PRÜFEN: GOÄ-Prüfung der Preisangabe vor Veröffentlichung; was im Betrag enthalten ist, z. B. Prothese, Narkose und Klinikaufenthalt]

Häufige Fragen zur Hodenprothese

Fühlt sich eine Hodenprothese wie ein echter Hoden an?

Nicht ganz. Die Prothese hat die Form eines Hodens, kann sich aber fester anfühlen. Im Gespräch können Sie Prothesen in die Hand nehmen und sich selbst ein Bild machen.

Hat die Prothese Einfluss auf Hormone oder Fruchtbarkeit?

Nein. Die Prothese bildet keine Hormone und keine Samenzellen. Diese Aufgaben übernimmt, soweit vorhanden, der verbleibende Hoden.

Wie wird die passende Größe bestimmt?

Dr. Elseweifi orientiert sich an der Größe des verbleibenden Hodens und bespricht die Auswahl vor dem Eingriff mit Ihnen.

Sieht man die Narbe?

Die Narbe liegt in der Mitte des Hodensacks. Sie ist meist fein und wird mit der Zeit in vielen Fällen kaum noch sichtbar.

Wann kann ich nach der Hodenentfernung eine Prothese bekommen?

Das hängt vom Grund der Entfernung und von der weiteren Behandlung ab. Wichtig ist, dass die Wunde vollständig verheilt ist und keine Entzündung besteht. [PRÜFEN: Empfehlung zum zeitlichen Abstand]

Muss die Prothese irgendwann ausgetauscht werden?

Hodenprothesen sind für einen langfristigen Verbleib im Körper gedacht. Bei Komplikationen wie einer Infektion oder einer Verlagerung kann aber ein erneuter Eingriff nötig werden.

Kann ich nach der Operation normal Sport treiben?

Ja, nach der Heilungsphase. Sport ist nach etwa 4 Wochen wieder möglich, Radfahren frühestens nach 2 Wochen.

Beratung bei Dr. med. Aref Elseweifi

Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie mit 39 Jahren Berufserfahrung und auf die Intimchirurgie und rekonstruktive Chirurgie des Mannes spezialisiert. Im persönlichen Gespräch klären wir, ob eine Hodenprothese für Sie infrage kommt, was der Eingriff leisten kann und welche Alternativen es gibt, diskret und ohne Zeitdruck.

Die Beratung findet in der Praxis in Berlin-Zehlendorf (Teltower Damm 35, 14169 Berlin) statt; operiert wird in der Klinik Schöneberg (Fuggerstraße 23, 10777 Berlin).

Beratung anfragen · [Anrufen: 030 5057 9324](tel:+493050579324)

Quellen: EAU Guidelines on Testicular Cancer, 2026: https://uroweb.org/guidelines/testicular-cancer (Empfehlung zur Hodenprothese) · [PRÜFEN: Herstellerangaben Sebbin]

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

Medizinisch geprüft von Dr. med. Aref Elseweifi, Facharzt für Urologie · Stand: [PRÜFEN]